Tannenheim

an der Kleinbahnstation Philippshagen des Rasenden Rolands 




1901

1899 wurde die Kleinbahnstrecke  Putbus-Binz bis Göhren weitergeführt

Kleinbahnstation Philippshagen gehörte einst zum gleichnamigen Gut in Middelhagen, errichtet um   die landwirtschaftlichen Güter aus Mönchgut besser zu vermarkten. 

Die Bauern von Mönchgut brachten Vieh und Erträge mit Pferdekutschen zur kleinen Bahnstation. 

Als die Badeorte zur Kaiserzeit aufblühten kamen nun auch die Sommergäste per Bahn und damit neue Möglichkeiten . Nun war es Zeit für eine angemessene Bewirtung nach der langen Reise. 

Büdnersohn Hermann Koch und seine Frau Luise erhielten 1901 die Genehmigung Haus Tannenheim zu bauen und als Schankwirtschaft zu betreiben.




1904

Eine Terasse bei Sonne und Regen

 

Und es lief. Schon ein paar Jahre später erfolgte der Anbau einer Terrasse im lokalen Baustil. Aus Tannenheim wurde nun   Restaurant Tannenheim mit Kaffeegarten.

 

 

 

 

 




1920

Autos statt Kutschen

Weiter ging es mit einem Anbau für die zahlreichen Gepäckstücke der Sommertouristen. Hier wurde unter anderem das seinerzeit hochpopuläre Pitch Pine Holz aus Südamerika als Dielenboden verbaut. In dieser Form ist das Gebäude bis heute erhalten.

An der Rückseite des Gebäudes entsteht ein 2. Anbau, wahrscheinlich zur Versorgung des lebenden Viehs zum Transport.

 

 

 

 

 

 




1945 +

der  II. Weltkrieg hat seine Spuren hinterlassen. 

Bei den Menschen und an Tannenheim.

Besatzung, Vertreibung und ankommende Flüchtlingsströme entschieden über die weitere Entwicklung. 

Wer nach Mönchgut kommen wollte oder gehen musste, ob freiwillig oder nicht: 

Sie kamen alle hier vorbei. 

 

 

 

 

 

 




1962

Die Wohnungsnot war gross. 

Die wohl marode Holzterrasse wurde durch eine Ausführung in Stein ersetzt und ein weiterer Anbau an der Rückseite machte nun auch eine Wohnnutzung möglich.  

Der Abriss zahlreicher historischer Gebäude auf der Insel Rügen sorgte für ausreichend Baumaterial. 

Aber Tannenheim , welches mittlerweile durch die Tochter Käthe Trogisch übernommen war weiterhin ein beliebter Treffpunkt der Einwohner von Mönchgut und Touristen. Klavier, Schifferklavier, Waffeln, Kartoffelsalat und Bockwurst führten durch das Programm.

 

 

 

 




1983

Nur noch Tante Käthe

 

Ende der 60er Jahren endete die private Bewirtschaftung mit der strikten Weigerung der staatlichen HO beizutreten. Fortan blieb es bis zum ihrem Tode 1995 ihr Wohnhaus.

 

 

 




2024

Die Natur holt sich alles zurück

 Nun lag Tannenheim bis zur Gleissanierung des Bahnsteigs und der damit neu gewonnenen Bahnsteigbeleuchtung 20 Jahre im Dunkeln. Geprägt von Vernachlässigung + Vandalismus schien sein Schicksal besiegelt.

 

 

 

 




2025-26

Alles wird gut

Durch Weisheit wird ein Haus gebaut,

durch Verstand erhalten.

Lutherbibel 1912 Textbibel 1899

 

 

 

 

 

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